Geschichtlicher Werdegang


                                                 Die Europäische Warenbörse ist ein Verein mit 38 nationalen Mitgliedsbörsen aus 12 europäischen Ländern. Sie hat ihren Sitz bei der Straßburger Warenbörse, einerseits wegen Straßburgs zentraler Lage und andererseits wegen der Nähe der Europäischen Institutionen.

Ihre Gründung war eine Initiative der Mannheimer Börsen im Namen der Arbeitsgemeinschaft der süddeutschen Produktenbörsen, und der Straßburger Börsen, die seit 1957 gemeinsam eine Reihe von deutsch-französischen Musterverträgen für den Getreidehandel erarbeitet hatten.

Die Gründung der Europäischen Warenbörse wurde 1960 mit dem Zweck beschlossen, effiziente Begegnungen zwischen Importeuren und Exporteuren von Bodenprodukten des europäischen Binnenmarktes, der Freihandelszone und der staatlichen Einrichtungen der Ostblockstaaten zu organisieren. Hiermit wollten die Gründer dem Rückgang der Treffen nationaler Börsen entgegenwirken, welcher insbesondere der Ausweitung der Kommunikationsmittel zuzuschreiben ist.


Die ersten Europäischen Warenbörsen, die im Jahre 1964 die Bezeichnung Europäische Börsentage annahmen, fanden von 1961 bis 1965 in Straßburg statt.

Nach relativ bescheidenen Anfängen verzeichnet die Europäische Warenbörsen seit 1966 ein kontinuierliches Wachstum, was zur Ansetzung eines jährlichen Börsentages im Wechsel, jeweils in der Heimatstadt einer Mitgliedsbörse, führte.

Diese Organisationsform stieß auf erhebliches internationales Interesse und die mittlere Beteiligung an den europäischen Börsentagen stieg von ursprünglich 1000 Teilnehmern auf bis ca. 1800 und 2000 Teilnehmer an. Die Akteure des Nahrungsmittelmarktes und die Vertreter der auf diesem Markt tätigen Branchen wie Bank- und Transportgewerbe wohnen den jährlichen Sitzungen regelmäßig bei.

Im Jahre 1969 nahm der „Zweckverband der Europäischen Warenbörse“ die Rechtsform eines Vereins nach dem in Straßburg gültigen örtlichen Recht an. Die Verwaltung des Vereins wurde bei der Straßburger Warenbörse belassen.

 

Betrieb und Börsentage der Europäischen Warenbörse

Die Warenbörse wird von einem Präsidenten und einem Vizepräsidenten geleitet; beide werden für eine Amtszeit von jeweils zwei Jahren ernannt, wobei den Satzungen gemäß der Vizepräsident die Nachfolge des Präsidenten antritt.

Die Mitgliederhauptversammlung tagt einmal jährlich im Oktober; zusätzlich findet eine halbjährliche Informationssitzung im Frühjahr statt.

Im Jahre 2000 begrüßte die 40. Europäische Warenbörse, deren Ausrichtung der Straßburger Warenbörse übertragen worden war, insgesamt 2122 Teilnehmer von nahezu 1000 Firmen aus 25 unterschiedlichen Ländern.



Die 46. Europäische Warenbörse wurde dem Verein ASSOCIAZIONE GRANARIA DI TORINO zugeschlagen und fand am 12. bis 14. Oktober 2006 in Turin statt.



Die nächsten geplanten Börsentage finden statt wie folgt:

  • 2008 : München
  • 2009 : Kopenhagen
  • 2010 : Reus (E)
  • 2011 : Rotterdam

 

Orientierungen und Ziele

Im Verlauf der beiden vergangenen Jahre hat sich die Europäische Warenbörse zudem mehrere grundlegende Orientierungen zugelegt:

  • Erstellung einer Reihe von Texten zur Definition der Wirtschaftsethik unserer Branche;
  • Ausbau unserer Beziehungen zu den zuständigen europäischen Behörden;
  • Ausweitung auf die Warenbörsen Ost- und Mitteleuropas;
  • Sensibilisierung des Nachwuchses für unser Tätigkeitsgebiet und für dessen Zukunftsmöglichkeiten;
  • Mitwirkung an europäischen QM-Normplanungen für Getreide im Rahmen des ICC (Internationalen Verbandes für Getreidewissenschaften und -technologien), bei welchem die Europäische Warenbörse in Person von Herrn Präsident KUNISCH aus Wien, von Herrn Präsident Baudouin DELFORGE aus Paris und von Herrn Randall WARIN, Vertreter der GAFTA, vertreten sein wird.

Analog zur einheitlichen europäischen Währung plant die Europäische Warenbörse auf Vorschlag von Herrn Enrico FERRARIO die Erstellung eines neuen Getreide-Mustervertrags, der für alle Mitglieder in Europa gültig sein soll, auf der Grundlage bereits bestehender individueller Verträge.

Dies geschieht in dem Bestreben, diese Verträge zu vereinfachen, damit sie klarer und leichter verständlich werden, ohne den Sinn der Vereinbarungen zu ändern.

Hierbei gilt es natürlich nicht, die restlichen Verträge abzuschaffen, die ihre Besonderheit behalten sollen, sondern den Fachleuten ein einheitliches Referenz-Muste bereit zu stellen.

 

Liste der bisherigen Präsidenten und Vizepräsidenten

Termin der Wahl
Ort der Wahl
Präsident
Vizepräsident
Ursprungsland des Präsidenten
Oktober 1961 Straßburg
 BERNHEIM   Frankreich
Oktober 1962 Straßburg
 BERNHEIM   Frankreich
Oktober 1963 Straßburg
 BERNHEIM   Frankreich
Oktober 1964 Straßburg
 BERNHEIM   Frankreich
Oktober 1965 Straßburg
 BERNHEIM   Frankreich
Oktober 1966 FRANKFURT BERNHEIM   Frankreich
Oktober 1967 ROTTERDAM BERNHEIM   Frankreich
Oktober 1968 HAMBURG BERNHEIM   Frankreich
Oktober 1969 Straßburg
 BERNHEIM   Frankreich
Oktober 1970 KÖLN WURSTEISEN   Frankreich
Oktober 1971 BRÜSSEL WURSTEISEN   Frankreich
Oktober 1972 ROTTERDAM WURSTEISEN   Frankreich
Oktober 1973 LYON WURSTEISEN BURGER Frankreich
Oktober 1974 FRANKFURT BURGER TILLEY DEUTSCHLAND
Oktober 1975 LONDON BURGER TILLEY DEUTSCHLAND
Oktober 1976 Straßburg
 TILLEY VAN LOON Großbritannien
Oktober 1977 ANTWERPEN TILLEY VAN LOON Großbritannien
Oktober 1978 BERLIN VAN LOON RUTZ Belgien
Oktober 1979 ROTTERDAM VAN LOON RUTZ Belgien
Oktober 1980 PARIS RUTZ SAUZIN Schweiz
Oktober 1981 STUTTGART RUTZ SAUZIN Schweiz
Oktober 1982 LONDON SAUZIN VERVELDE Frankreich
Oktober 1983 HAMBURG SAUZIN VERVELDE Frankreich
Oktober 1984 BARCELONE VERVELDE ECCARIUS Holland
Oktober 1985 Straßburg
 VERVELDE ECCARIUS Holland
Oktober 1986 BRÜSSEL ECCARIUS WRIGHT DEUTSCHLAND
Oktober 1987 ROTTERDAM ECCARIUS WRIGHT DEUTSCHLAND
Oktober 1988 MÜNCHEN WRIGHT MOLKO Großbritannien
Oktober 1989 BRIGHTON WRIGHT MOLKO Großbritannien
Oktober 1990 PARIS MOLKO ROSELL COTS Frankreich
Oktober 1991 BOLOGNE MOLKO ROSELL COTS Frankreich
Oktober 1992 BARCELONE CASABONA KARIGER Spanien
Oktober 1993 HAMBURG CASABONA KARIGER Spanien
Oktober 1994 WIEN KARIGER ENGLEITNER DEUTSCHLAND
Oktober 1995 ROUEN KARIGER ENGLEITNER DEUTSCHLAND
Oktober 1996 ANTWERPEN ENGLEITNER SCHEFFER Österreich
Oktober 1997 ROTTERDAM ENGLEITNER SCHEFFER Österreich
Oktober 1998 MANNHEIM SCHEFFER FERRARIO Frankreich
Oktober 1999 LONDON SCHEFFER FERRARIO Frankreich
Oktober 2000 Straßburg
 FERRARIO CASABONA Italien
Oktober 2001 LEIPZIG FERRARIO CASABONA Italien
Oktober 2002 MAILAND CASABONA DELFORGE Spanien
Oktober 2003 BARCELONE CASABONA DELFORGE Spanien
November 2004 PARIS DELFORGE KUNISCH Frankreich
Oktober 2005 WIEN DELFORGE KUNISCH Frankreich
Oktober 2006 TURIN KUNISCH PLÖSSL
Österreich




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